Die Bankenkrise

Welche Banken stehen noch in der Staatsschuld?

Die Commerzbank, als größter Empfänger einer direkten Staatshilfe, steht im Licht der Öffentlichkeit. Dennoch ist sie in guter Gesellschaft fast aller privaten Geschäftsbanken. Diese haben zwar teilweise keine direkte Förderung erhalten, profitierten aber von künstlich reduzierten Zinsen. Lesen Sie deshalb am besten mehr darüber, welche Arten von staatlicher Hilfe die Banken erhalten haben und auch immer noch erhalten.

Direkte Staatshilfe bei der Commerzbank

Die Commerzbank ist einer der größten Empfänger von Staatshilfe. Laut Presseberichten kann die Commerzbank zwar im Jahr 2012 die neuen, verschärften Eigenkapitalquoten aus eigener Kraft erfüllen dennoch bleibt aber ein großer Saldo bestehen. Von ursprünglich einmal 16 Milliarden Euro an Staatshilfe ist der Großteil noch nicht zurückgezahlt worden und der Bund somit einer der größten Eigentümer der Bank. Damit kann die Commerzbank mit Fug und Recht als eine der Banken bezeichnet werden, die am meisten Staatshilfe bekommen hat. Übertroffen wird dies nur noch durch die inzwischen als Skandalbank in die Bankengeschichte eingehende Hypo Real Estate. Diese wurde inzwischen zu 100 % verstaatlicht und die privaten Aktionäre wurden im Rahmen eines sog. “squeeze out” mit einem vergleichsweise geringen Betrag abgefunden. Die Commerzbank steht hingegen in der Kritik, weil die vergleichsweise günstige Eigenkapitalausstattung weiterhin dazu genutzt wird, nicht kostendeckende oder sehr günstige Sonderangebote zu subventionieren. Das kostenfreie Girokonto und ein Top-Zinssparen stehen hierbei unter besonderer Beobachtung durch die Konkurrenz.

Beinahe keine Bank ohne indirekte Staatshilfe

Viel indirekter hilft die Bundesbank anderen Banken ohne dass diese entsprechenden Einschränkungen wie bei der direkten Staatshilfe unterliegen würden. Hier wurden einerseits die Qualitätsanforderungen an die Wertpapiere gesenkt, die die einzelnen Geschäftsbanken bei der Zentralbank hinterlegen können. Darüber hinaus wurde – und das ist wesentlicher Bestandteil des sogenannten Krisenmechanismus – das Volumen erhöht, welches den einzelnen Banken zur Verfügung steht. Die Zentralbank erhöht zudem künstlich die Zinsmarge der Geschäftsbanken dadurch, dass Kredite zu weit unter einem halben Prozent Jahreszins zur Verfügung gestellt werden. Die Leitzinssenkung führt dazu, dass Privatkunden- und Geschäftskundenkredite im berechneten Zins – also dem “Verkaufspreis” der Banken für Geld – weniger stark gesenkt werden, als der Einkaufspreis der Bank. So kosten Dispositionskredite noch weit mehr als einen zweistelligen Zinssatz, auch Privatkundenkredite notieren weit oberhalb des Einkaufspreises. Somit kann nach deutlicher Analyse davon gesprochen werden, dass alle Banken indirekte Staatshilfe in Anspruch nehmen.

Finanzmärkte im kritischen Zustand

Der Gründer des World Economic Forums in Davos, Klaus Schwab, sprach gerade erst davon, dass die derzeitige Wirtschaftsordnung so nicht mehr in die Welt passt. Damit deutet er ganz vorsichtig die Probleme des Bankensektors und insbesondere der ausufernden Verschuldung an. Bei den Banken in Deutschland sieht man es daran, dass ausgerechnet der seit vielen Jahren öffentlich favorisierte Finanzsektor gefördert werden muss. Teilweise durch erhebliche direkte Zahlungen und Beihilfen wie bei der Commerzbank oder aber auch durch eine künstliche Verbilligung des Geldes. Dies ist auch der Grund dafür, dass weder wir, noch irgendeine andere Quelle eine exakte Zahl für die erhaltenen Subventionen angeben können. Denn die Subventionen durch Zinsverbilligung sind kalkulatorischer Art und scheinen in keiner Bilanz direkt erfassbar auf.

Bildquelle: ferkelraggae – Fotolia.com

Ähnliche Beiträge: